Günter Christian Möller

Wie alles begann

Wenn ich mir die Frage stelle, was denn mein erstes literarisches Erlebnis war, dann erinnere ich mich an meine zweite Klasse. Wir Schüler sollten über ein Ferienerlebnis schreiben. Und ich schrieb darüber, wie unser Auto bei strömendem Regen auf der Autobahn liegen geblieben war. Ich war damals zutiefst verunsichert, dass unser Auto nicht ‚kaputt‘ gegangen war, sondern sogar ‚entzwei‘. Das war nämlich genau das Wort, das nach Meinung der Lehrerin für diesen Vorfall verwendet werden sollte. Als ich meinen Eltern von meinen Bedenken erzählte, meinten sie, dass ich zwar recht hätte, das Auto wäre nämlich kaputtgegangen. Jedoch sollte ich es doch lieber so schreiben, wie die Lehrerin es für richtig hielt.

Ich kaufte mir ein kleines Wörterbuch. Leider verwies dieses Buch dann auf einige andere Wörter, die ich nicht verstand, und die wiederum nur auf mir schon vorher bekannte Wörter. Es kam mir so vor, als ob die Buchstaben nur gegenseitig aufeinander zeigten und sagten, der ist schuld. Mein Interesse an dem Wörterbuch hielt sich von da an in Grenzen.

Aufgrund eines anderen literarischen Erlebnisses kam ich jedoch recht bald zu der Erkenntnis, dass die Wörter nicht nur eine Bedeutung hatten, sondern auch einen Klang oder eine Stimmung in sich enthielten.


Je nachdem in welcher Geschichte sie mitspielten, und wo sie dort auftraten. Und die Gefühle, die sie zu wecken imstande waren, konnten Träume erschaffen oder sogar Albträume auslöschen.

Gut zwei Jahrzehnte später schrieb ich kurz nacheinander zwei Märchen. Und noch einige Jahre später beschäftigten mich zwei Kinderkrimis. Dann nahm mich für lange Zeit mein Beruf vermehrt in Anspruch, sodass ich keine Zeit mehr für dieses Hobby erübrigen konnte.

Eines Tages saß ich mit einigen Familienangehörigen an einem warmen Sommerabend beisammen und wir träumten laut von den Dingen, die wir in unserem Leben noch gerne zu tun gedachten. Man könnte doch mal einen richtigen Kriminalroman schreiben, behauptete jemand und fing an, von einer gesetzeswidrigen Handlung zu fantasieren. Auch in meinen Gedanken tauchten Ideen zu solch einer Geschichte auf und ich beschrieb eine Handlung, die an dem Forschungsinstitut, an dem ich arbeitete, begann und sich dann in den hohen Norden nach Schweden verlagerte. Bruchstücke dieser Geschichte hatten sich schon lange in meinem Kopf eingenistet und strebten nun mit Macht in die Welt nach draußen.

Verschollen in Australien

Panamericana - Der Weg nach Hause

Guatemala - Der weite Weg ins Licht

Altdrachenstein